Was ist ein Strafbefehl?

Ein Strafbefehl gem. § 407 StPO eröffnet die Möglichkeit, die Rechtsfolgen einer Straftat in schriftlicher Form ohne Durchführung einer Hauptverhandlung und ohne abschließendes Urteil festzulegen. Dies gilt nicht für alle erdenklichen Straftaten, sondern nur für solche mit geringerer Strafandrohung. Dies dient der Umgehung von langwierigen Prozessen bei verhältnismäßig kleinfügigen Bagatelldelikten.

Welche Rechtsfolgen drohen mit einem Strafbefehl?

Wird ein Strafbefehl erlassen, so sind insbesondere die nachfolgend genannten Rechtsfolgen möglich. Ein Strafbefehl kann daher auch grundsätzlich bei solchen Delikten erlassen werden, die eine der genannten Rechtsfolgen vorsehen. Bei den Rechtsfolgen handelt es sich um eine Geldstrafe, die Entziehung der Fahrerlaubnis, eine Verwarnung mit Strafvorbehalt und die Vernichtung oder Unbrauchbarmachung von durch eine Tat rechtwidrig erlangten Vorteilen.

Welche Rechtsmittel stehen bei einem Strafbefehl zur Verfügung?

Nach § 410 StPO kann gegen einen Strafbefehl mit dem Einspruch vorgegangen werden. Da der Strafbefehl aufgrund seiner prozessökonomischen Eigenschaft ohne eine Hauptverhandlung, also ohne eine mündliche Verteidigungsmöglichkeit und ohne Hinzuziehung umfangreicher Beweise zur genauen Darlegung des Sachverhaltes ergehen kann, kann es bei der Beurteilung über die Schuld des Betroffenen oftmals zu Fehlern kommen.

Der Einspruch kann sogar ohne Angaben von Gründen eingereicht werden. Kommt es zur Stattgabe des Einspruchs, beraumt der Richter einen Termin zur Hauptverhandlung an. In der Hauptverhandlung wiederum kann gegen die dem Beschuldigten vorgeworfene Tat mit umfangreichen Verteidigungsmöglichkeiten durch den Strafverteidiger vorgegangen werden.

Details hierzu finden Sie unter der Rubrik „Verteidigung in der Hauptverhandlung“.